Die 8 größten Ablenkungen am Arbeitsplatz – und was dagegen hilft

Veröffentlicht
12.3.2020
Autorin
Kirke Metsa, Mariann Pihlap
Lesezeit
~5 mins
Kategorien
Tipps & Tricks

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du noch während des Lesens auf eine Benachrichtigung schaust, einen anderen Tab öffnest oder von einem Kollegen unterbrochen wirst. Egal, ob du in einem lebhaften Großraumbüro, im Homeoffice oder in einem Café arbeitest: Ablenkungen gibt es überall. Im Büro kommen allerdings besonders viele davon zusammen.

Was Ablenkungen wirklich kosten

Ablenkungen am Arbeitsplatz sorgen nicht nur dafür, dass Aufgaben länger dauern. Sie beeinträchtigen auch unsere Leistungsfähigkeit, unser Energielevel und unser mentales Wohlbefinden.

Im Durchschnitt werden wir alle 11 Minuten unterbrochen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass unser Gehirn bis zu 23 Minuten braucht, um nach einer Unterbrechung wieder vollständig in den Fokus zu kommen. So verlieren wir jeden Tag wertvolle Zeit allein damit, wieder in unseren Arbeitsfluss zurückzufinden.

Noch problematischer: Untersuchungen der UC Irvine zeigen, dass wir nach einer Unterbrechung oft versuchen, die verlorene Zeit durch schnelleres Arbeiten aufzuholen. Die Folge sind mehr Stress, schnellere Erschöpfung und eine höhere Fehlerquote. Ablenkungen sind also nicht nur lästig – sie hindern uns aktiv daran, unsere beste Arbeit zu leisten.

Die 8 größten Ablenkungen am Arbeitsplatz

Ablenkungen haben viele Gesichter. Selbst kleine Unterbrechungen reißen uns aus unserem gedanklichen Rhythmus und machen es schwieriger, zwischen Aufgaben zu wechseln und wieder konzentriert weiterzuarbeiten. Wie viele dieser acht typischen Störfaktoren kennst du aus deinem Arbeitsalltag?

  1. Gesprächige Kollegen
    So nett die Kollegen auch sind: Ein „nur ganz kurze Frage“, ein bisschen Büroklatsch oder ein spontanes Gespräch reichen aus, um dich aus einer konzentrierten Arbeitsphase zu reißen. Sobald du unterbrochen wirst, muss dein Gehirn die eigentliche Aufgabe erst einmal loslassen.

  2. Hintergrundgeräusche im Büro
    Gespräche im Raum, klingelnde Telefone, Kaffeemaschinen und zufallende Türen: In offenen Büros folgen Hintergrundgeräusche keinem vorhersehbaren Muster. Deshalb reagiert dein Gehirn ständig auf plötzliche Veränderungen der Lautstärke. Das kostet mentale Energie und kann dazu führen, dass die Konzentration schon am Nachmittag deutlich nachlässt.

  3. Unnötige Meetings
    Wir alle kennen Meetings, die genauso gut eine kurze Nachricht hätten sein können. Zeit in Besprechungen zu verbringen, die für die eigene Arbeit kaum relevant sind, kostet nicht nur wertvolle Stunden, sondern unterbricht auch den Arbeitsfluss.

  4. Digitale Ablenkungsspiralen
    Zwischen Browser-Tabs hin- und herspringen, endlos durch Social Media scrollen und ständig zwischen verschiedenen Apps wechseln fühlt sich vielleicht nach Multitasking an. In Wirklichkeit wird die Aufmerksamkeit dadurch immer weiter fragmentiert und die mentale Energie nimmt ab.

  5. Zu viele Benachrichtigungen
    Pings, Pop-ups, Vibrationen und rote Benachrichtigungssymbole: Ständige Hinweise auf dem Smartphone und Laptop halten unser Nervensystem permanent in Alarmbereitschaft. Die Konzentration wird unterbrochen, bevor wir überhaupt die Chance haben, wirklich in einen Flow-Zustand zu kommen.

  6. Reibung im Arbeitsalltag und ständige Veränderungen
    Wenn sich die Richtung eines Projekts ständig ändert, klare Vorgaben fehlen oder plötzlich Mikromanagement ins Spiel kommt, entsteht unterschwelliger Stress. Wer sich immer wieder auf neue Strukturen, Prioritäten oder Anforderungen einstellen muss, hat deutlich weniger Energie für die eigentliche Arbeit.

  7. Ungeplante Pausen
    Die Mittagspause durchzuarbeiten ist kein Zeichen besonderer Produktivität. Hunger verschlechtert die Konzentration, während ein kurzer Gang in die Küche für einen Snack schnell zu einem ungeplanten 30-minütigen Gespräch werden kann. Bewusst eingeplante Pausen funktionieren wesentlich besser.

  8. Unordnung am Arbeitsplatz
    Ein unordentlicher Schreibtisch ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Visuelle Unordnung beansprucht einen Teil der Verarbeitungskapazität unseres Gehirns und konkurriert ständig um unsere Aufmerksamkeit. Dadurch fällt es schwerer, komplexe Informationen zu verarbeiten und konzentriert zu bleiben.

So schützt du deine Konzentration

Die gute Nachricht: Unser Gehirn ist anpassungsfähig. Mit einigen klaren Gewohnheiten und Grenzen kannst du deine Konzentration deutlich besser schützen.

Plane bewusste Pausen ein. Gib jeder Pause einen klaren Anfang und ein klares Ende. So bleibt dein Kopf frisch und die Versuchung, während konzentrierter Arbeitsphasen zu prokrastinieren, wird geringer.

Lege feste Zeiten fürs Smartphone fest. Wenn du dutzende Male am Tag auf dein Handy schaust, plane stattdessen bestimmte Zeitfenster ein, in denen du Nachrichten liest und beantwortest. Teile deinem Team außerdem mit, wann du konzentriert arbeitest, damit klar ist, wann du nicht gestört werden möchtest.

Schalte unwichtige Benachrichtigungen aus. Deaktiviere Pop-ups für E-Mails und Chats. Wenn wirklich etwas dringend ist, wird sich vermutlich niemand ausschließlich auf eine E-Mail verlassen.

Schaffe Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten. Bei Aufgaben, die volle Konzentration erfordern, lohnt es sich, den offenen Arbeitsplatz kurz zu verlassen. Ein eigener ruhiger Bereich signalisiert deinem Gehirn sofort: Jetzt ist Zeit für Fokus.

Entdecke hier weitere praktische Möglichkeiten, wie du bei der Arbeit produktiver sein kannst.

Die wirksamste Lösung gegen Störungen am Arbeitsplatz

Wenn du nicht gerade an einem schnellen kreativen Brainstorming arbeitest, bei dem spontane Ideen ausdrücklich erwünscht sind, schadet permanenter Lärm der Qualität deiner Arbeit.

Wenn dein Arbeitstag sowohl aktive Zusammenarbeit als auch ruhige, konzentrierte Phasen erfordert, muss das Büro beides ermöglichen. Genau hier kommen akustisch abgeschirmte Büroräume ins Spiel. Mit Akustikkabinen in einem offenen Büro erhalten Mitarbeitende einen ruhigen Rückzugsort für konzentriertes Arbeiten, Videocalls oder vertrauliche Gespräche. So bekommt das Gehirn die Ruhe, die es braucht, ohne dass man sich vom restlichen Team abschotten muss.

Gewinnen die Ablenkungen jeden Tag aufs Neue? Dann sollten wir den Bürolärm in den Griff bekommen, bevor dein Team wieder 23 Minuten Konzentrationszeit verliert. Kontaktiere noch heute unser Team.

FAQ

  1. Wo sollten Akustikkabinen platziert werden, um Ablenkungen im Büro zu reduzieren?
    Am besten stehen sie in unmittelbarer Nähe zu offenen Arbeitsplatzbereichen, aber etwas abseits der Hauptlaufwege. Sie sollten nah genug sein, damit Mitarbeitende für einen Call oder eine konzentrierte Aufgabe ohne Umwege hineingehen können. Gleichzeitig sollten sie genügend Abstand zu stark frequentierten Bereichen haben, damit Personen beim Betreten und Verlassen niemanden an den umliegenden Arbeitsplätzen stören.

  2. Können Noise-Cancelling-Kopfhörer ruhige Arbeitsbereiche ersetzen?
    Kopfhörer helfen der Person, die sie trägt. Sie verhindern jedoch nicht, dass diese Person während eines Videocalls andere im Raum stört. Kopfhörer reduzieren also den Lärm, den du selbst hörst. Akustikkabinen halten den Schall dagegen direkt an der Quelle zurück und sorgen so dafür, dass es im gesamten Büro ruhiger bleibt.

  3. Was ist akustische Ermüdung und wie beeinflusst sie die Konzentration?
    Akustische Ermüdung entsteht, wenn dein Gehirn über Stunden hinweg versucht, Gespräche, klappernde Tassen, klingelnde Telefone und andere Hintergrundgeräusche herauszufiltern. Selbst wenn du glaubst, den Lärm gar nicht mehr wahrzunehmen, verarbeitet dein Gehirn ihn weiterhin. Das kostet Energie und kann dazu führen, dass du am Nachmittag erschöpfter bist und häufiger Fehler machst.

  4. Wie lässt sich der finanzielle Schaden durch Unterbrechungen am Arbeitsplatz berechnen?
    Nimm den Stundenlohn eines Mitarbeitenden und rechne für jede größere Ablenkung ungefähr 23 Minuten verlorene Konzentrationszeit ein. Wenn ein Team täglich ein bis zwei Stunden allein damit verbringt, nach Unterbrechungen wieder in den eigenen Gedankengang zurückzufinden, wird Hintergrundlärm schnell zu einem der größten versteckten Kostenfaktoren im Arbeitsalltag.

  5. Wie lange können wir konzentriert arbeiten, bevor die Leistung nachlässt?
    Die meisten Menschen können etwa 45 bis 90 Minuten am Stück ein sehr hohes Konzentrationsniveau halten. Wer danach ohne eine ruhige, reizreduzierte Pause weitermacht, wird mental schneller müde, trifft Entscheidungen langsamer und verspürt häufiger den Drang, sich mit kurzen digitalen Ablenkungen zu beschäftigen.

Kirke Metsa

Als Head of Content bei Silen erzählt Kirke die Geschichte der weltweit größten Sammlung von Büro-Pods und Privatsphärenlösungen und erreicht damit ein globales Publikum auf allen Plattformen. Sie vertieft sich in Themen wie Arbeitsplatzfokus und Büroproduktivität. Vernetzen Sie sich mit Kirke auf LinkedIn.

Mariann Pihlap
Mariann Pihlap

Leiterin der Partnerbeziehungen bei Silen, die die Marke Silen an weltweit führende Wiederverkäufer in 60 Ländern auf 6 Kontinenten vermittelt. Sie schreibt über Wohlbefinden am Arbeitsplatz und innovative Büroräume. Mariann auf LinkedIn kontaktieren.